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Visuomotorik

Stellen Sie sich vor, jemand wirft Ihnen einen Ball zu, sie wenden sich dem Werfer zu und fangen den Ball. Für einen gesunden Erwachsenen keine besonders schwierige Übung. Ein kleines Kind wird an dieser Aufgabe aber in der Regel scheitern. Denn die Leistung, die unser Gehirn bei dieser Aufgabe vollbringen muss (vgl. dazu die untenstehende Abbildung), ist alles andere als trivial, auch wenn uns dies nicht bewußt wird.

Zunächst einmal muss erkannt werden, dass ein Ball auf Sie zufliegt: Unter den vielen lokalen Bewegungen, die Sie in Ihrem Gesichtsfeld wahrnehmen (vorbeilaufende Jogger, Hunde im Park etc.) müssen die zum Ball gehörigen Konturen, die sich gleichzeitig auf Sie zu bewegen als zusammenhängendes Objekt erkannt werden. Während dann ein Teil Ihres Gehirns die exakte räumliche Position, sowie Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit des ankommenden Objektes ermittelt, wird in einem anderen Cortexareal unter Einbezug des semantischen Gedächtnisses gleichzeitig die Frage beantwortet, um was es sich bei diesem Objekt eigentlich handelt. Nun kommt der rote Ball (Ihr semantisches Gedächtnis hat inzwischen herausgefunden, um was es sich bei dem Objekt handelt...), dem Sie Kopf und Augen zugewendet haben, zwar - vom Standpunkt Ihres Gesichtsfeldes aus betrachtet - genau von vorne auf Sie zu. In Wirklichkeit aber stehen Sie objektiv betrachtet schräg zum Ball, d.h., wenn Sie nach vorne greifen, verpassen Sie ihn. Folglich muss das gesichtsfeldbezogene Koordinatensystem in Ihr körperbezogenes Koordinatensystem übersetzt werden.

Falls entschieden wird, die Fangbewegung auszuführen (hier kommt noch einmal das semantische Gedächtnis ins Spiel, das vielleicht entscheidende Informationen darüber liefert, wie und ob die Fangbewegung ausgeführt werden soll), müssen nun zunächst der optimale Bewegungsweg und die günstigsten dafür notwendigen Muskelbewegungen berechnet werden.

Da fast alle Bewegungsziele auf mehreren möglichen Wegen zu erreichen sind (denken Sie z.B. an eine Fangbewegung mit Rückenschmerzen...) sind hierzu komplexe Berechnungen notwendig.

Fast alle Bewegungen werden dabei in zwei Stufen ausgeführt: Zunächst erfolgt eine rasche, komplett vorprogrammierte Bewegung in Zielnähe. In einem zweiten Schritt wird dann das Ziel genau angenähert. Diese Bewegung ist langsamer, nicht vorprogrammiert und wird bewußt kontrolliert und korrigiert.

Die Übungen mit visuomotorischem Schwerpunkt in X-Cog lassen sich grob danach unterscheiden, ob die zweite Phase bei der Zielbewegung (vgl. z.B. obige Abbildung) gefordert wird oder nicht.

Eher einfache grobmotorische Bewegungen erfordern die Übungen Fruchtpresse, Labyrinth, Paketdienst und Tresor: Alle diese Übungen sind Reaktionsaufgaben, bei denen der Spieler möglichst rechtzeitig die geeigneten (Pfeil-)Tasten drücken muss. Bei Fruchtpresse sind sehr schnelle Vergleichsprozesse gefordert, um sich korrekt für eine der beiden horizontalen Richtungstasten zu entscheiden. Labyrinth hingegen erfordert die koordinierte Kombination mehrerer Richtungswechsel der Spielfigur (v.a. beim „Abbiegen“); die Zeit zur Planung der notwendigen Bewegungsfolge ist allerdings etwas länger absehbar. Bei Paketdienst müssen oft ebenfalls zwei oder mehr Pfeiltasten in der richtigen Reihenfolge schnell hintereinander gedrückt werden, v.a. dann, wenn mehrere Pakete etwa gleichzeitig bei der Paketweiche eintreffen. Tresor erfordert sehr schnelle strategische Entscheidungen und die Zieltasten („“ und „“ bzw. „“ und „“) wechseln ständig, teilweise ist zudem eine Kombination von Bewegungen nötig wenn andere Steine im Gitter „umfahren“ werden müssen, um die anvisierte Zielposition zu erreichen.

Im Gegensatz zu den tastengesteuerten Übungen, die gerade eben besprochen wurden, erfordern die mausgesteuerten Aufgaben Kometensturm, Blubb und Brückenbauer genaue feinmotorische Bewegungen.

Kometensturm verlangt dabei vom Spieler das Einberechnen der Bewegung der Ziele, damit die abgefeuerten Energieblasen die Kometen auch treffen.

Bei Bückenbauer ist genaues Anlegen der Achtecke notwendig, allerdings besteht dabei für den Spieler kaum Zeitdruck. Bei Blubb schließlich muss der Mauszeiger sehr schnell hintereinander in zwei in relativ kleine Zielgebiete gebracht werden.